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Ständeratswahl: Jugend unzufrieden

Appenzell. Die Ausgangslage für die Ständeratswahl scheint klar. Doch aus den Reihen junger Innerrhoder wird Kritik laut. Sie fordern eine Kandidatur aus ihrer Generation. Wir fragen: Was meinen Sie dazu?

Der abtretende Säckelmeister Paul Wyser (61), Bauherr Stefan Sutter (46) und Kantonsgerichtspräsident Ivo Bischofberger (49): Die drei Kandidaten für das Ständeratsamt sind alle politisch erfahren und stehen in der zweiten Lebenshälfte. Und: Sie gehören zum «Establishment» der Innerrhoder Politik.

Jugend nicht vertreten
Auch wenn an der Landsgemeinde damit das Stimmvolk zum ersten Mal seit langer Zeit eine echte Wahl hat, wen es ins «Stöckli» schickt, sind nicht alle zufrieden mit den Auswahlmöglichkeiten. Vor allem aus der politisch interessierten Jugend Innerrhodens wird Unmut laut. Es könne nicht angehen, dass der Ständeratssitz einfach eine Art «Belohnung» für altgediente Politiker sei. Gefordert wird in Gesprächen der jüngeren Generation eine Kandidatur, von der auch sie sich vertreten fühlt. «Wie soll die Politikverdrossenheit der Jugend verschwinden, wenn wir nirgends vertreten sind?», schrieb ein Leser an appenzell24.ch.

Bei der Diskussion darüber, wer dafür in Frage kommen könnte, bleibt der Kreis allerdings klein. Klar ist: Aussichten auf ein gutes Resultat an der Landsgemeinde haben nur Persönlichkeiten mit einem gewissen Bekanntheitsgrad – und gerade daran kranken oft junge Kandidaturen, da sie wenig Zeit hatten, ihren Namen aufzubauen.

Fritsche oder Enzler?
Zwei solche Namen sind es, die nach Evaluationen im Raum stehen bleiben und auch immer wieder genannt werden. Marco Fritsche (31), Journalist und TV-Talker sowie Simon Enzler (30), Kabarettist. Für Enzler ist es kaum attraktiv, in die reale Politik zu wechseln; wie könnte er scharfzüngig über «die da oben» vom Leder ziehen, wenn er selbst Bestandteil der Politik wäre? Fritsche hingegen sprechen viele Beobachter einen gewissen Ehrgeiz zu. Ursprünglich aus dem Unterhaltungsbereich kommend, hat er in den letzten Monaten als Talk-Journalist bei Tele Ostschweiz bewiesen, dass er sich schnell in neue Themen einarbeiten kann und politisch über eine Übersicht verfügt. Er ist zudem redegewandt und schlagfertig – Fähigkeiten, die in der Politik gefragt sind.

Sicher ist: Hätte eine solche Überraschungskandidatur Erfolg, so wäre der Blick der ganzen Schweiz auf Innerrhoden gerichtet. Einmal mehr würden gängige Vorurteile über den Halbkanton widerlegt – und Innerrhoden wäre mit dem wohl unkonventionellsten Jungpolitiker in Bern vertreten.

Überraschung immer möglich
Hätte eine solche Kandidatur Chancen? Tatsache ist, dass junge Wähler gerne bereit sind, junge Kandidaten zu unterstützen. Allerdings kommt es selten zu solchen Kandidaturen, da es der Jugend an politischen Strukturen fehlt und sie zu wenig gut organisiert ist, um einen Kandidaten aufzubauen. Die Landsgemeinde aber ist bekannt für unkonventionelle, spontane Entscheide – wenn jemand den ersten Schritt macht.


Leser-Feedback mit Verlosung
Was halten unsere Leserinnen und Leser von einem jungen Ständeratskandidaten? Ist Marco Fritsche der richtige Mann oder gibt es andere mögliche Kandidaten? Schreiben Sie Ihre Meinung an redaktion@appenzell24.ch. Name und Adresse nicht vergessen. Alle Teilnehmer an der Umfrage nehmen an einer Verlosung mit einem Überraschungspreis teil.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 17.04.2007 - 20:50:00